Zero Waste Trockenhaarshampoo DIY mit Bentonit und Kakao

Wenn es einmal überraschend schnell gehen muss, dann gibt es häufig ein Haar-Dilemma. Was tun? Noch waschen und riskieren zu spät zu kommen, oder fettig lassen und vielleicht komisch angeschaut werden? Zum Ersten finde ich es wichtig, dass man sich bewusst macht, dass fettige Haare an sich nichts Schlimmes sind. Es ist ein natürlicher und guter Prozess, dass eure Kopfhaut Öle produziert um sich selbst und das Haar vor äußeren Einwirkungen zu schützen. Ein Prozess, der wichtig für eure Gesundheit ist. Nichts desto Trotz gibt es Situationen, in denen wir eben nicht auf den Waschtag, bis zum Abend oder nächsten morgen warten wollen.

Wenn die Schwiegermutter plötzlich vor der Tür steht, Freunde spontan Lust haben sich noch schnell auf ein Getränk zu treffen, der Traumtyp einem schreibt er wäre ganz in der Nähe, oder die Kinder überraschend sofort abgeholt werden müssen – dann will man einigermaßen vernünftig aussehen. Und zwar sofort.

Deswegen bin ich für Lösung Nummer 3. Nicht warten, nicht fetten – sondern kaschieren. Trockenshampoo heißt das Zauberwort. Eines, mit dem mich eine lange Geschichte verbindet.

Das Fett muss weg

Ich hab so ziemlich alles in meinem Leben ausprobiert, wenn es um das Schnell-Fett-Weg Problem ging. Ob gruselig stinkenden Schwefelpuder, den meine Mutter noch aus ihrer Jugendzeit im Schrank stehen hatte (half zwar super gegen Pickel, war aber als Trockenshampoo denkbar, beziehungsweise riechbar ungeeignet!) Diverse Sorten Babypuder, die sich oft dick im Haar verklumpten und nahezu unauskämmbar waren… Aber hey, wer wollte nicht schon immer die weiße Königin aus Alice im Wunderland spielen? Und natürlich Mehl. Macht das nicht. Wirklich nicht!

Irgendwann kamen Trockenshampoos wieder in Mode und man konnte sie tatsächlich in jeder Drogerie kaufen. Nette Sache – so von der Grundidee her, aber Inhaltsstoffe, Geruch und Wirkung dämpfen die anfängliche Euphorie schnell ziemlich kräftig. Damit dieser Artikel nicht endlos wird hab ich mich mal im Internet umgesehen und fand, dass dieser Beitrag ziemlich gut darstellt, wie auch ich das als Verbraucher so empfunden habe. Vielleicht habt ihr da ja auch eine Geschichte, die ihr mit mir teilen wollt?

Zero Waste Trockenshampoo – das muss man doch auch selbst machen können!

Ich habe mir also wie immer bei einem DIY überlegt, was ich genau von dem Produkt möchte und was ich nicht möchte:

Wirkung: Die Haare sollen nicht mehr fettig ausschauen und sich kämmen lassen. Sie müssen für mich nach Auftragen des Trockenshampoos nicht Seidenglatt sein, weil meine Haare das sowieso nie sind. Ich möchte darauf nicht gereizt oder mit trockener Haut oder Schuppen reagieren. Da ich lange mit Neurodermitis zu kämpfen hatte und auch leicht Hautunreinheiten bekomme, ist das für mich ein wichtiges Kriterium.

Geruch: Nichts künstliches. Solange es nicht stinkt, bin ich da aber generell recht unkompliziert.

Weiteres: Ich würde gern ein Produkt haben, dass so wenig Müll wie möglich produziert und nicht schnell verdirbt.

Meine Lösung – Bentonit von Regenbogenkreis

Auf der Suche nach einer Lösung habe ich mich eine Weile durch diverse Informationsquellen geforstet. Und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich es gern mit Bentonit versuchen möchte. Mein Bentonit habe ich von der Firma Regenbogenkreis angefragt und für diesen Beitrag kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen.

Bentonit – War da nicht mal sowas mit einem Verbot?

Im Rahmen der EU-Verordnung Nr. 380/2012 (Q1) wurde festgelegt, dass ab dem 01. Februar 2014 für den Endverbraucher keine neuen Lebensmittel mehr produziert werden dürfen, die Aluminumlacke enthalten. (Q2) Was aber hat Bentonit damit zu tun? Bentonit funktioniert als ein so genannter Trägerstoff. Das bedeutet, dass bestimmte Stoffe, wie beispielsweise Süßungsmittel, oder Farbstoffe, die in einer geringen Konzentration einem Lebensmittel beigefügt werden sollen an einen anderen Stoff gebunden werden müssen, um ihre Masse überhaupt richtig dosieren zu können. Diese Trägerstoffe werden im besten Fall vom Organismus einfach wieder unverändert ausgeschieden. Jedoch werden sie zum Teil auch mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht. Hier hat die EU-Verordnung ihre Ursache. Bentonit ist einer dieser Stoffe, die in Lebensmitteln nicht mehr zulässig sind.

In diesem Post soll es jedoch nicht um Bentonit in einer Verbindung als Aluminumlack und auch nicht als Nahrungsmittelbestandteil gehen, sondern um eine äußerliche Anwendung. Seife, Haarshampoo, Zahnpasta, Creme, Spülmittel & Co. sind ja auch nicht als Nahrungsmittel zulässig und kommen doch täglich mit der Haut vieler Menschen in Kontakt. Hinzu kommt, dass Bentonit eine lange Geschichte als Heil- und Entschlackungsmittel vorweisen kann, auf die ich hier jedoch nicht näher eingehen möchte, da meine Recherche dazu derzeit nicht umfassend genug ist. Persönlich habe ich keinerlei negative Wirkungen in meiner Langzeitanwendung feststellen können. Während ich auf herkömmliche Trockenhaarshampoos (und auch Cremes, Shampoos & Co.) zumeist mit Hautproblemen reagiere, ist das bei Bentonit nicht der Fall.

Wie benutzt man das Bentonit als Trockenhaarshampoo?

Ihr tragt es ganz einfach mit einem Pinsel oder auch mit den bloßen Händen in eurem fettigen Haar auf. Nehmt nicht zu viel und kämmt es vorsichtig aus. Ich trage es direkt auf den Haaransatz auf und gehe auch “von unten” unter meinen Pony und hinter den Ohren entlang, da sich dort häufig besonders fettiges Haar versteckt. Dann kämme ich mein Haar durch und verwuschle es noch ein wenig mit den Händen. Der Trockenhaarshampoo-Look sieht immer etwas griffiger und gröber aus, als frisch gewaschene Haare, auch die Konsistenz des Haares fühlt sich anders an. Jedoch bin ich der Ansicht, dass es sich bei der Anwendung von Trockenhaarshampoo immer um eine Not- und nicht um eine Haupt-Lösung für fettiges Haar handelt und dass ich deswegen auch kein 1 zu 1 Ergebnis im Vergleich -Trockenshampoo vs. echtes Waschen- erwarten kann. Ich würde empfehlen am Abend die Haare dann einfach normal zu waschen.

Eine angenehme Nebenwirkung ist, dass das Bentonit Pickel auf der Stirn lindert und die Haut sehr weich hinterlässt. Jedoch nutze ich es nicht für die regelmäßige Gesichtspflege, da ich auch nicht sicher bin, ob es sich um eine dauerhafte Wirkung handeln würde. Ich möchte hier also keine Empfehlung für Bentonit als täglichen Gesichtspuder aussprechen.

Dunkle Haare DIY für Wintertage

Da meine Haare im Winter dunkler werden, bildet sich leicht ein Grau-Schleier, wenn ich das Trockenhaarshampoo nutze. Um zu testen, ob sich das ändern lässt, habe ich einfach mal etwas Kakao beigemischt und finde die Wirkung optisch super. Jedoch gibt es drei Hinweise, die ich euch geben möchte, bevor ihr jetzt einen großen Topf Bentonit-Kakao-Gemisch ansetzt und dann enttäuscht seid:

01 Die Mischung riecht stark nach Kakao, ihr dann also auch! Wer das nicht mag, sollte es lieber nicht anwenden. Ich finde es sehr lecker, persönlich, vor allem im Winter.

02 Die entfettende Wirkung ist mit Kakao weniger stark. Das Gemisch ist nicht geeignet um eure Haare von fett-triefend auf blitz-sauber zu zaubern, allerdings finde ich das generell nicht die beste Lösung. Für ein schnelles Ansatz-Entfetten ist das Ganze super.

03 Die Mischung färbt in helle Mützen ab. Wenn ihr das Gemisch im Winter nutzen wollt, setzt keine helle Mütze auf, sonst habt ihr da braune Streifen drin – und das könnte doch komische Nachfragen nach sich ziehen… 😉

Ich habe Bentonit und Kakao von Regenbogenkreis angefragt und kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen. Falls ihr noch ein anderes (im wahrsten Sinne des Wortes!) supergeiles Produkt der Firma kennen lernen wollt, dann guckt euch unbedingt das Sangre de Drago an – mein absolutes Immer-Wieder-Kaufprodukt, ich hatte nie irgendetwas, dass so gut gegen Wunden geholfen hat! Ich liebe es! Ich hab euch die Produkte verlinkt, es sind aber keine Affiliate-Links, das heißt ich bekomme weder Geld für die Link-Setzung, noch den Artikel, noch einen Anteil, wenn ihr das Produkt kauft.

“Es gibt eine indianische Prophezeiung, in der gesagt wird, dass die Kinder der Weißen, die so viel Zerstörung nach Nordamerika gebracht hatten, sich für die Heilung der Erde einsetzen würden. Sie werden dort Regenbogenkinder oder Regenbogenkrieger genannt. Es sind indianische Seelen, die sich bei den weißen Menschen inkarniert haben, um das Bewußtsein von der Einheit allen Lebens in die moderne Gesellschaft zu tragen.”


Fair Fashion für kleine Oberweiten - der Aikyou BH

Fairer Halt in allen Lebenslagen – die Frage nach dem passenden BH

Kleine Möpse, große Möpse, dicker Bauch, dünner Bauch, Wespentaille oder Kastenform – seien wir doch mal ganz ehrlich, Menschen sehen nunmal verschieden aus. Frauen sehen nunmal verschieden aus. Nicht jeder kann ein volles Tequilaglas auf seinen Pobacken balancieren, nicht jeder kann spontan Springseil springen, ohne dass die Brüste gegen das Kinn schlagen und nicht jeder Bauch hält sich auf Fotos von der Seite dezent hinter der Oberweite zurück. Na und? Das bist du halt.

Ich gehöre zu denen die jederzeit Springseil springen können, nichtmal mit Lichtgeschwindigkeit würde da was gegen mein Kinn schlagen. An guten Tagen bliebt mein Bauch ordnungsgemäß hinter der Oberweite zurück – an Weihnachten nicht. Aber hey – das bin ich halt. Macht doch kein Stück was! Oder doch?

Doch macht das was. Und zwar beim Unterwäsche kaufen. Bügel-BH’s sind mir ein Graus, denn ausser Einschneiden, bewirken die bei mir wenig und irgendwie haben die auch nie die richtige Größe. Wenn man sich im herkömmlichen Dessous Geschäft umschaut und darauf hingewiesen wird, dass man ja „keinen braucht.“ – dann weiß man schon bescheid. Mini-Brust Alarm hat wieder zugeschlagen. Nö, man braucht ja auch keinen, das stimmt schon so. Aber man, also frau, möchte vielleicht einen. Einen schönen BH. Der gut sitzt. Natürlich nicht zwangsweise am Sonntag morgen. Oder am Dienstag Abend auf der Couch. Aber manchmal definitiv. Meistens definitiv. Ich möchte auch schöne Unterwäsche tragen und zwar unabhängig davon, ob ich diese Unterwäsche brauche, damit alles an seinem Platz bleibt. Sondern einfach, weil ich das mag.

Ich hab mich also da mal informiert und nach folgenden Gesichtspunkten gesucht:

  • BH zum Reinschlüpfen – also kein Verschluss hinten, der diesen entzückenden Abdruck hinterlässt, der mit viel Glück noch Stunden nach der erfolgreichen Entkleidung den Rücken ziert.
  • Fair Fashion – diejenigen, die den BH produzieren, sollen dafür auch vernünftig entlohnt worden sein
  • gute Optik – klein aber oho! sagt man so schön – und ich finde ein schöner BH sollte das leisten können.
  • angenehmes Tragegefühl – der BH soll nicht einschneiden, nicht oben „aufgehen“ (viele BH’s für kleine Oberweiten sind nicht gut geschnitten und klappen oben auf – man kann hineingucken, wenn man sich bückt…das sieht echt doof aus!)

Nach ein bisschen googlen war die Wahl ehrlich gesagt ziemlich leicht, denn Aikyou war das einzige Label, das mich in allen genannten Gesichtspunkten wirklich angesprochen hat. Ich habe also bestellt und gewartet. Und dann aufgeregt ausgepackt:

Der Versand

Der Versand ging schnell und da der BH im Umschlag kam, hätte der Postbote das ganze sogar in den Briefkasten werfen können, wenn ich nicht da gewesen wäre. Pluspunkt, denn man muss die Bestelltung schonmal auf jeden Fall nicht von der Post abholen. Kleiner Minuspunkt – ich würde es super konsequent finden, wenn es eine komplett ökologisch abbaubare Verpackung geben würde. Allerdings sollte man hier auch nicht päpstlicher sein, als der Papst finde ich – die Verpackungen sind ja recyclebar.

Das Produkt

Leider war das Produkt nicht komplett geruchsfrei, jedoch hat es auch keinen starken künstlichen Geruch verströmt. Ich habe den BH vor dem ersten Tragen mit Waschnussflüssigkeit bei 30 Grad gewaschen. (Inzwischen wasche ich mit Efeu, dazu findet ihr bald mehr hier auf dem Blog.) Der BH trocknet aufgrund des leichten Materials nach dem Waschen sehr schnell. Das Gewebe sieht sehr schön und edel aus, die Verarbeitung ist hervorragend. Der BH passt perfekt und schneidet kein bisschen ein. Er ist dehnbar und wiegt so gut wie nichts. Bei herkömmlichen BH’s hatte ich häufig das Problem, dass ich die Träger recht eng stellen musste, damit der BH nicht rutscht, dadurch hatte ich oft Abdrücke auf der Schulter oder das Gefühl, dass der BH drückt. Beim Aikyou BH gibt es das Problem überhaupt nicht. Außerdem schaut er super aus!

Der Trick für kalte Tage

Der BH ist zwar blickdicht, jedoch kann man die Nippel an kälteren Tagen durchaus sehen, da er nicht wattiert ist. Ich habe mir für diese Fälle einfach einen kleinen Trick überlegt:

Ich nehme einfach zwei kleine schwarze Polster aus einem Bikini-Oberteil heraus und stecke sie in den BH hinein. Aufgrund der hervorragenden Passform des BH’s bleiben sie den ganzen Tag an Ort und Stelle und man sieht nichts. Perfekt! Auf den Bildern trage ich die Polster nicht, die die ich nutze sind auch sehr dünn, also gerade richtig um unerwünschte Nippelei zu vermeiden, aber nichts aufzupushen was da gar nicht ist. 😉

Ein Beispiel, hier sind die Polster drin, man sieht das gar nicht:

Der Fairfashion-Aspekt

Zum Schluss noch ein paar Fakten über das Label, die mich überzeugt haben. Mehr könnt ihr hier nachlesen.

  • AIKYOU hat sich zum Ziel gesetzt zu bewusstem und verantwortlichem Wirtschaften beitragen.
  • Es gibt eine bestehende Anzahl an Produkten, die um neue Produkte erweitert wird, statt ständig wechselnde Kollektionen, die dazu führen, dass Kleidung unnötig weggeworfen wird.
  • Alle AIKYOU Teile lassen sich untereinander kombinieren und geben ein rundes Gesamtbild.
  • Die Marke verwendet ausschließlich nickelfreie Metall-Schließen.
  • Die verwendete Baumwolle ist Fair-Trade und wird nach GOTS Richtlinien gefärbt.
  • Derzeit sind noch einige Materialien enthalten, die nicht nachhaltig zu beziehen sind, hier wird auf eine Produktion in Europa geachtet. Zusätzlich sind diese Materialien nach dem Oeko-Tex® Standard 100 geprüft.
  • Alle Produkte sind vegan.
  • Auch in Bezug auf Marketing und Verpackung ist AIKYOU bemüht, sich auf regionale Anbieter zu beziehen.
  • Bei Büroabläufen und Versand achtet AIKYOU auf die Umwelt – so nutzen sie beispielsweise Grün-Strom und den DHL GoGreen Versand.

“Für unser Label haben wir uns von einem japanischen Frauennamen inspirieren lassen. AIKYOU bedeutet „Liebreiz, Liebe und Respekt“, ein Anspruch, der unsere Haltung insgesamt prägt. Von Anfang an stand für uns fest, dass wir nachhaltig handeln und produzieren wollten – wo immer es geht, in allen Bereichen unseres Unternehmens. Damit wollen wir zu einem bewussten, verantwortlichen Wirtschaften beitragen. So vermittelt AIKYOU auch in dieser Hinsicht ein gutes Gefühl.”

Dieser Artikel ist nicht gesponsert und enthält keine Affiliate-Links.


Grüne Gedanken im Doppelpack - Interview mit Subvoyage

#nachhaltig #greenblogger #minimalism?

Auf die Schwestern Anna und Julia vom Blog Subvoyage wird leicht aufmerksam, wer auf Instagram nach Tipps für ein Leben mit grünem Hintergedanken sucht. Wir folgen den beiden schon lange begeistert. Ihr Blog zeichnet sich durch Qualität aus: Gut recherchierte Artikel, optisch bleibt man direkt mit dem Auge hängen, tolle Interviews und schöne Outfits aus der nachhaltigen Kategorie. Doch was steckt eigentlich alles hinter Subvoyage? Wir haben mal bei Julia und Anna nachgefragt. Alle Bilder die ihr hier seht, haben wir direkt vom Blog der beiden Schwestern und das zeigt doch schonmal direkt, dass hier nicht nur der Inhalt, sondern auch die Optik perfekt sitzt!

10 Fragen zum Thema Nachhaltigkeit an die Blogger von Subvoyage

Wenn ihr 3 einfache Dinge aussuchen könntet, die jeder Leser dieses Interviews ändern sollte, um etwas Gutes für unsere Welt zu tun – welche wären das?

1) Müll vermeiden beim Einkaufen: Man sollte definitiv mit kleinen Schritten beginnen, sich Stück für Stück steigern und sich nicht selbst überfordern. Der Verzicht auf Plastiktüten beim Einkaufen ist da ein optimaler Einstieg. Obst kann auch in einem konventionellen Supermarkt problemlos in einem Einkaufskorb transportieren, ohne es vorher in dünne Plastiktüten verpacken zu müssen.

2) Dinge hinterfragen: Möchte ich das wirklich? Ist das in meinem Sinn? Gebrauche oder verbrauche ich das Produkt? Man sollte in jeder Lebenslage, sei es beim Shoppen von Kleidung, oder aber auch bei der Eröffnung eines neuen Girokontos, mit einer offenen Haltung an die Dinge herangehen und sie hinterfragen. Oft gibt es mehrere Alternativen für einzelne Produkte. Der Weg zu einem grüneren Lifestyle beginnt ganz klar im Kopf. Es muss ein Bewusstsein geschaffen werden. Erst wenn sich dieses Bewusstsein fest im Kopf verankert hat, wenn die Dimension des ökologischen Denkens nicht mehr wegzudenken ist, dann wird das Ganze zur Herzensangelegenheit und fällt einem viel leichter. Man kann quasi schon nicht mehr anders, als bewusst zu handeln.


3) Das tun, was dir gut tut: Nachhaltig handeln bedeutet für uns, dass man achtsam mit der Umwelt, seinen Mitmenschen und genau so auch mit sich selbst umgeht. Eine biologische Landwirtschaft schont beispielsweise nicht nur die Böden und die Luft, sondern tut auch dem eigenen Körper gut. Geht man einen Schritt in die Richtung sein eigener bester Freund zu sein, tut man meist auch etwas gutes für sein Umfeld, die Natur, Menschen und Tiere.

Könnt ihr uns 3 nachhaltige Unternehmen empfehlen, die wir dringend kennen lernen sollten?

1) Sonnentor: Wir hatten die Möglichkeit in Salzburg auf dem Blogger-Event SALT AND THE CITY einige der herzlichen Mitarbeiter von Sonnentor persönlich kennenzulernen. Auch für unser eigenes Event – dem Green Blogger Meetup – sind wir nun weiterhin in Kontakt mit Sonnentor. Die biologischen Produkte schmecken köstlich und das Unternehmen wird mit viel Herzblut geführt.

2) Stop The Water While Using Me: Unsere neusten Errungenschaften der Naturkosmetikmarke sind zwei Stück Seife. Die riechen einfach unheimlich gut! Das Produkt ist plastikfrei, der erste Pluspunkt. Zusätzlich setzt sich das Unternehmen für „Good Water Projekte“ ein und spendet einen Teil der Einnahmen durch den Produktverkauf an Aktionen, die gegen Wasserknappheit kämpfen. Stop The Wate While Using Me wird auch selbst vor Ort aktiv.

3) FUNKTION SCHNITT: Das Model-Label für Basic-Shirts schreibt sich die Attribute „fair & nachhaltig“ nicht groß auf die Fahne, ist es aber dennoch. Genau das finden wir gut: FUNKTION SCHNITT möchte erreichen, dass es völlig normal ist Kleidungstücke fair zu produzieren und dass dies nicht extra erwähnt werden muss – das möchten wir auch.

Was war das liebste Interview, das ihr bisher geführt habt und was hat es so besonders gemacht?

Anna: Da kommt mir sofort das Interview in Barcelona in den Sinn. Dieses Interview war eins der ersten. Damals gab es den Blog in seiner heutigen Form noch nicht. Julia und ich waren im August 2014 auch noch nicht als Blogger-Gespann unterwegs und doch hat sie mich mitgenommen zu dem Gespräch mit Lisa Grace, der Gründerin von „Hidden City Tours“ – ein Unternehmen, das Stadtführungen mit Obdachlosen in Barcelona vermittelt. Wir hatten uns in lockerer Atmosphäre zu einem Drink in einem netten Restaurant getroffen. Lisa kam in Begleitung von einem neunen potenziellen Guide. Und so saßen wir da, ganz unbefangen. Der Guide kam zufällig ursprünglich auch aus Deutschland. Seinen Gesichten lauschend, kam ein Gefühl auf, als würde man sich schon ewig kennen.

Was ist euer liebstes Kleidungsstück? Was verbindet ihr damit und wie lange besitzt ihr es schon?

Anna: Um ehrlich zu sein, ich besitze solch ein altes, heiß und innig geliebtes Kleidungsstück nicht. Genau genommen bin ich momentan sehr unzufrieden mit meinem aktuellen Kleiderschrank. In den letzten Monaten habe ich mich viel mit dem Thema Fair-Fashion auseinandergesetzt und so haben sich auch meine Wünsche und Anforderungen an meine Kleidung geändert. Ich stecke somit mitten in einem Kleiderschrank-Wandel, der sicherlich noch einige Zeit andauert. Alte Kleidungsstück trage ich noch eine Weile auf und kaufe mir nur Stück für Stück neue Fair-Fashion-Lieblingsteile. Mein Ziel ist es mit der Zeit einen Kleiderschrank voller Lieblingsstücke betrachten zu können. Um dennoch mein aktuelles Lieblings-Modestück zu verraten: Meine Loafers von Wills Vegan Shoes, die sind etwa 4 Monate alt.

Julia: Mir geht es da ganz ähnlich, auch ich stecke mitten im Wandel. Vor dem Kauf von neuen Kleidungsstücken stelle ich mir mittlerweile Fragen wie „Unter welchen Bedienungen wurde dieses Teil hergestellt?“ und „Was lasse ich da eigentlich genau an meine Haut?“ – früher habe ich mir da kaum bis gar keine Gedanken drüber gemacht. Mein aktuelles Lieblingsteil ist ebenfalls noch recht neu, gerade einmal seit 1 Monat ist es in meinem Kleiderschrank: Ein weißes Bio-Baumwoll-Shirt von FUNKTION SCHNITT, das ich während unserer gemeinsamen Barcelona-Reise sehr gerne getragen haben.

Ihr teilt Rezepte auf eurem Blog. Wie ernährt ihr euch? Folgt ihr einem bestimmten Ernährungsprinzip? Und wie lange braucht man eigentlich, damit so hübsche Food-Fotos auch wirklich klappen?

Anna: Alle Rezepte, die wir auf dem Blog präsentieren, stammen aus unserer alltäglichen Ernährung. All unsere Rezepte sind vegetarisch und das gilt auch für jedes Gericht, das bei mir auf den Teller kommt. Mein Prinzip, dem ich folge, lautet: Das essen, was mir gut tut. Für mich selbst habe ich herausgefunden, dass es mir besser geht, wenn ich auf Milchprodukte verzichte. Zu Hause in meinen eigenen vier Wänden ernähre ich mich mittlerweile somit hauptsächlich pflanzlich, sprich vegan.

Beim Food-Styling kommt es immer drauf an, was geshootet wird. Ein Smoothie ist ganz allgemein schon schneller zubereitet, als ein Kuchen. Gerade weil bei uns immer Bilder von den Zutaten, der Zubereitung und natürlich dem fertigen Gericht gemacht werden, kann das schon einmal eine gute Weile dauern. Man sollte sich also locker 1,5 Stunden Zeit nehmen. Im Stress fällt es schwer kreativ zu werden. Und ansonsten zählt „Übung macht den Meister“. Wenn ich meine Bilder von vor ein paar Monaten anschaue, dann lassen sich jetzt schon deutliche positive Veränderungen feiern.

Was macht ihr im „echten“ Leben – neben dem Blogging und macht es euch Spaß?

Anna: Ich verbringe jeden Tag Zeit am Stall. Ich kann mich Stunden lang mit meinem Pferd beschäftigen. Meine Stute Lifestyle ist erst seit 4 Monaten bei mir. Doch Pferde gehörten schon immer zu meinem Leben. Aber auch ganz einfach die Zeit an der frischen Luft und in Bewegung zu sein, ist für mich ein ganz wichtiger Ausgleich zu meinem BWL-Studium und was noch alles so im Alltag ansteht.

Julia: Genau wie bei Anna steht auch für mich nun das 6. und letzte Semester meines Studiums an. Ich studiere Online-Redakteur an der TH Köln. Das, was ich im „echten“ Leben mache, hat mich daher tatsächlich erst zum Bloggen gebracht. Schon länger fotografiere ich gerne, schreibe Texte und tüftle an neuen technischen Herausforderungen – in meinem Studium und durch den Blog lassen sich diese Eigenschaften und Interessen optimal verbinden. Ich bin unheimlich glücklich, dass ich das, was mir so viel Freude bereitet, zu meinem Beruf machen kann.

Im Moment organisiert ihr das Treffen Green Blogger Meetup, um euch gemeinsam mit Gleichgesinnten über Nachhaltigkeit auszutauschen – wie seid ihr auf diese tolle Idee gekommen?

Julia: So richtig begonnen hat alles im Juni auf einer Zugfahrt während der Heimreise von einem Blogger-Event – wie passend. Wir beide, Anna und ich, spielten schon länger mit dem Gedanken, ein nachhaltiges Event auf die Beine zu stellen. Auf besagter Zugfahrt hat auch Leonie vom Blog Glowing beim kreativen Chaos mitgemischt. Sie sprudelte nur so vor Ideen und schnell war klar, dass das Team soeben um eine Nummer größer geworden war. Diese Zugfahrt schweißte nicht nur das Team zusammen, sondern war auch der unbewusste Startschuss für das Green Blogger Meetup.

Wir möchten mit diesem Event von Bloggern für Blogger die grüne Szene zusammenbringen, den Austausch fördern und die Community stärken. Unser Leitfaden lautet daher auch: „Von euch. Für euch. Mit euch.“. Mit großer Freude haben wir festgestellt, dass die Anzahl der grünen Blogger in letzter Zeit immer weiter steigt. Ein spezielles Event hat jedoch noch gefehlt und da haben wir die Organisation kurze entschlossen selbst in die Hand genommen. Es ist kaum in Worte fassbar, wie sehr wir uns freuen, dass unser Herzensprojekt am 15. Oktober tatsächlich real wird.

Wir haben ja gerade erst mit yes green begonnen. Auf welchen Gebieten sollten wir unbedingt weiter oder zusätzlich recherchieren, Fragen stellen und Selbstversuche machen? Habt ihr bestimmte Ideen für uns? Gibt es bereits einen Artikel von uns, der in eine Richtung geht, die ihr spannend findet?

Anna: Am interessantesten finden wir immer die Menschen hinter Produkten/ Firmen. Business ist nicht gleich Business. Es ist toll zu, wie viel Herzblut und Leidenschaften hinter einem nachhaltig geführten Unternehmen meist steckt. Durch Interviews erlangt man ein wesentlich besseres Verständnis für die unterschiedlichsten Produkte und Prozesse. Wir führen gerne selbst Interviews und lese sie genau so gerne.

Ebenfalls interessant, wenn auch nicht schön: Das Thema Green Washing und „Werbefallen“. Oftmals frage ich mich, wo tatsächlich der Unterschied zwischen den einzelnen Produkten liegt und wo eventuell mit dem Konsumenten gespielt wird.

Julia: Euer Artikel „Die Zero Waste Müll Challenge“ gefällt uns wirklich richtig gut! Aus solchen Artikeln kann ich persönlich immer total viel mitnehmen. Er gibt mir einerseits den Anstoß dazu auch selbst mehr darauf zu achten meinen Plastikmüll zu reduzieren, andererseits erleichtert er mir dieses Vorhaben durch eure ganz persönlichen Erfahrungen, die Berichte über eure Probleme und hilfreiche Tipps. Macht unbedingt weiter mit solchen Artikeln!

Ihr seid Schwestern – wie kamt ihr auf die Idee, gemeinsam am Blog zu arbeiten? Fällt euch das leicht, oder gibt es auch mal Meinungsverschiedenheiten?

Julia: Vor etwa 2 Jahren habe ich Subvoyage noch ganz alleine online gestellt – damals noch als klassische Website mit Infos zum Thema „nachhaltiges Reisen“. Der Blog ist also zunächst gar nicht als Blog gestartet. Erst seitdem Anna ein Teil des Teams ist, erscheinen zwei Artikel pro Woche – das ist seit Oktober 2015 der Fall. Anna kocht gerne und experimentiert in der Küche, was eine super Ergänzung für den Blog neben meinen Artikeln darstellt. Tatsächlich fiel diese Entscheidung relativ spontan und war zunächst ein Experiment, welches erfreulicherweise geglückt ist. Auch hier gilt wieder „gemeinsam statt einsam“ – zu zweit können wir viel mehr bewegen und erreichen. So ein Blog kostet neben Arbeit und Studium viel Zeit, eine helfende Hand kann da nie schaden.

Anna: Der Blog ist ein weiterer Verbindungspunkt, der uns Schwestern noch näher zusammenbringt. Das gemeinsame Arbeiten fällt uns leicht, da wir, etwa bei Design-Entscheidungen, ganz genau wissen was dem anderen gefällt und was eben nicht. Mit der eigenen Schwester traut man sich vielleicht auch schon einmal eher anders – ehrlicher – zu reden als mit einem anderen Blog-Partner. Sollte es einmal Probleme geben, kommen diese bei uns sofort zur Sprache, sodass Missverständnisse vermieden werden können. Natürlich gibt es ab und an Meinungsverschiedenheiten, die sind aber in der Regel schnell wieder aus der Welt geschaffen.

Wenn ihr jeweils ein Zitat aussuchen dürftet, dass die Leser von yes green sich am Ende dieses Interviews durchlesen dürften – welches wäre das?

Anna: „Fast fashion isn’t free. Someone, somewhere is paying.“ von Lucy Siegle. Ich habe gerade erst den Film „The True Cost“ (unbedingt einmal anschauen!) gesehen. Dadurch ist mir erst so richtig bewusst geworden, welche Prozesse und Menschen in der Bekleidungsindustrie verankert sind und wie schlimm es in vielen Fällen um sie steht.

Julia: „Be the change you want to see in the world.“ von Mahatma Gandhi. Schon von Beginn an führen wir unseren Blog unter dem Motto „Inspirieren statt missionieren“. Wir nehmen unsere Leser mit auf unsere Reise hin zu einem bewussteren Lebensstil und möchten dabei zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht ausschließlich mit Verzicht einhergeht. Durch die eigene Veränderung kann man Menschen anregen über ihr eigenes Handeln nachzudenken, nicht durch ständiges Predigen und Belehren – davon bin ich fest überzeugt.

Wir danken euch, für das tolle Interview!

Das Coverbild stammt aus der Feder unser talentierten Zeichnerin Nadine.

Subvoyage ist ein grünes Online-Magazin, das von den Schwestern Julia und Anna wöchentlich mit spannenden neuen Inhalten zu den Themen Fair Fashion, Food und alles rund um Nachhaltigkeit gefüllt wird.


Nachhaltig Reisen - Reisetipps Paris

Dieses Jahr haben wir Paris bereist.

Oft lese ich bei Bloggern, die über das Thema nachhaltiges Reisen nachdenken, in den Kommentaren, sie sollten doch einfach gar nicht reisen. Da ja zu Hause bleiben am nachhaltigsten wäre. Das mag rein objektiv vielleicht richtig sein, jedoch ist Nachhaltigkeit für mich ein Thema, das auch das Innenleben eines Menschen betrifft. Nachhaltig ist etwas, das lange hält. Das wertgeschätzt wird. Mit dem man sich auseinander gesetzt hat. Es ist nicht gerade so, dass ich bisher von der Welt viel gesehen hätte, deswegen möchte ich zum Thema nachhaltig Reisen gern etwas aus Sicht einer Person sagen, zu deren Leben Reisen bisher nicht wirklich gehört hat. Es fällt mir schwer solche wertschätzenden – nachhaltigen – Gefühle wirklich tief gehend für eine Welt zu empfinden, die ich gar nicht kenne.

Wir sind also nach Paris geflogen – der Anfang dieser Geschichte.

Ja, ein Flug ist nicht gerade perfekt für die Umwelt. Ist Fleisch essen auch nicht. Oder Plastik benutzen. Oder mit Deos herumsprühen. Oder Auto fahren. Jeder tut etwas, das nicht gut für die Umwelt ist, es sei denn er lebt als Selbstversorger fernab der Zivilisation und fügt sich perfekt in die Natur ein – dann gibt es meinen großen Respekt an dich – aber du liest das hier eh nicht, denn du hast weder Internet, noch irgendein Gerät um diesen Text anzuzeigen. Wenn du das hier liest, dann verhältst du dich also genauso wie ich nicht perfekt für diese Welt. Und das ist okay. Ich bin nicht ideal für diese Welt, mit der Art wie ich lebe. Aber ich mag es, mir ein paar Gedanken zu machen. Über das Gute das ich tun kann, das Schlechte, das ich tue und alles dazwischen. Diese Gedanken will ich mit euch teilen. Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt.

Nachhaltige Urlaubsgedanken aus Paris

An einem Ort zu schlafen, an dem normalerweise jemand wohnt, finde ich ziemlich gut. Fühlt sich irgendwie nachhaltiger an, als extra einen neuen Ort zu bauen, an dem jemand nur vorübergehend wohnen kann. Allerdings gibt es in Hotels ja auch neue Arbeitsplätze und da zumeist sowieso überall etwas gebaut wird – warum dann nicht ein Gasthaus. Wenn ich die Wahl habe, finde ich das Wohnen bei jemand anderem aber dennoch schöner und normalerweise ist es auch finanziell viel sinnvoller. Wir haben in dem – zugegebenermaßen ein bisschen heruntergewirtschafteten – Zimmer eines Studenten übernachtet, der gerade im Ausland ist. Eine gute Sache, vor allem, weil wir fast neben dem Musee D’Orsay gewohnt haben. Eine wundervolle Lage, die wir wirklich weiterempfehlen können, da man von hier aus sozusagen mitten an der Seine ist und sich Abends unter die Einheimischen mischen kann, die in Massen im Park oder am Seine-Ufer sitzen und Wein und Baguette frönen! (Oh ja, ich habe frönen geschrieben – ist ja ein Beitrag über Paris, da muss man schon mal die coolen Wörter rausholen.) Wir haben also in einer Studentenbude mit super Lage gewohnt. Da verzichtet man gern auf Platz und schlendert zur Toilette über den Gang. Fine with me – ich bin ja hier um Paris kennen zu lernen und nicht um königlich zu residieren. Außer im Geiste natürlich, da kann ich so königlich durch die Pariser Straßen wandeln, wie ich will, ha!

Ortswechsel, Bewegung und Besichtigung

In der kompletten Zeit in Paris (5 Tage) sind wir nur auf dem Weg zum und vom Flughafen mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Das hat 3 Vorteile:

01 Geld sparen
Wer nicht fährt, zahlt nicht. Macht Sinn! Zu Fuß gehen ist kostenlos. (Den höheren Schuhverschleiß mal ausgerechnet.) Ich empfehle euch aber ganz dringend, vorher euer Schuhwerk zu überdenken. Ich hatte dabei: Flip-Flops aus Gummi (dumme Idee damit 10 Kilometer laufen zu wollen!!), Sneaker (Unfassbar viel zu warm bei bis zu 30 Grad und langen Fußmärschen und außerdem bösartig schmerzhaft auf den Blasen, die ich von den Flip-Flops bekommen habe), Ballerinas (ebenfalls ungeeignet um damit 10 Kilometer zu laufen…). So musste ich mir tatsächlich in Paris neue Schuhe kaufen, die ich euch hier definitiv nicht verlinken werde, weil sie nicht nachhaltig sind und ich sie auch nicht gekauft hätte, wenn ich nicht mit blutenden Füßen keinen weiteren Schritt mehr in meinen Schuhen hätte gehen können. Ich hab also weder wirklich gespart, noch hab ich mich hier nachhaltig verhalten. Daumen runter für mich an dieser Stelle… Das soll keine Entschuldigung sein. Seid einfach cleverer als ich und nehmt euch vernünftiges Schuhwerk mit, damit euch so etwas nicht passieren kann! Seit dem trage ich die Schuhe (die Schwarzen auf dem Titelbild) übrigens ständig, damit es wenigstens Sinn gemacht hat, sie zu kaufen.

02 Nachhaltigkeit
Wer nicht fährt, verbraucht keine Ressourcen.

03 Mehr Erleben
Wenn man zu Fuß in einer fremden Stadt unterwegs ist, hat man die Chance sich wirklich umzusehen. Die Dinge zu entdecken, die einen selbst faszinieren und fesseln, statt nur jene, die weithin allen Touristen empfohlen werden. Selbst wenn man sich unbekanntere Geheimtipps heraussucht, findet man auf dem Fußweg dorthin so viele wunderbare Dinge. Sich die Zeit für einen langen Weg zu nehmen, ist für mich ein wichtiger Teil des Urlaubs, denn diese Bewegung draußen kombiniert mit dem Sammeln neuer Eindrücke, ist definitiv etwas, was mir sehr gut tut. Ein perfektes Beispiel war unser Weg zur Galeries Lafayette: Wir sind nach dem Mittagessen etwa eine Stunde dorthin gelaufen und haben auf dem Weg wirklich tolle Eindrücke von der Stadt mitgenommen. Angekommen dann muss ich sagen – die Galerie hat uns ziemlich enttäuscht. Bis auf die schöne Kuppel hat mich das ganze eher an einen großen, vollgestopften, teuren Karstadt erinnert und hatte für mich so gar nichts tolles oder magisches. Ich denke, das ist definitiv nur was für Shopping Queens & Kings. Schöne Architektur gibt es in Paris an so vielen Orten, da ist diese Kuppel zu verschmerzen, wenn sie auch wirklich schön ist. Was ist nun die Moral von der Geschicht‘? Wer nicht läuft, der sieht auch nicht.

Natürlich sind wir nicht ziellos umher geirrt und haben auch die großen Touristenziele mitgenommen, aber die wirklichen Momente, die tief in uns hängen geblieben sind, haben wir nicht beim Eiffelturm, nicht bei der Aussicht von Montmatre und nicht auf der Champs Elysées erlebt. Die wichtigen Momente liegen woanders. Auf dem Weg.

Nachhaltig im Herzen

Die Momente, die ganz tief in mir hängen geblieben sind, sind die kleinen Dinge. Die, die ich als nachhaltig im Herzen bezeichnen würde. Das ist nicht der prunkvolle, duftintensive Abercrombie und Fitch Laden, in dem wir plötzlich gelandet sind, weil die Hecken, die dorthin führen, so schön ausgesehen haben. Das ist nicht Notre Dame mit seinen Touristenmassen, wenn es zugegebenermaßen auch wirklich wunderschön und faszinierend ist, besonders die Wasserspeier. Es sind andere Momente. Das erste mal jemanden mit vielen Baguettes unter dem Arm zu sehen und mich wie ein Kleinkind zu freuen, weil ich immer dachte, das wäre nur im Film so. Die vielen kleinen Enten, die dort gerade anscheinend überall geboren wurden, kurz bevor wir ankamen. Die wunderschönen Parks mit den blühenden Bäumen und Büschen. Das Pärchen, das an der Seine tanzte, als gäbe es kein Morgen. Die Lautstärke des Lachens der Einheimischen und das klirren der Weinflaschen abends an de Seine. Der kleine Lachanfall, nur für dich und mich verständlich, als ich sagte „Der Eiffelturm ist ja doch ganz schön, so mit etwas Abstand.“ und er plötzlich anfing zu glitzern, was so gar nichts für mich war und was du ganz genau gewusst hast. Es war die beruhigende Leere in den Tuilerien am Montag, wo der Louvre nicht geöffnet hat und der Eichelhäher, den ich mitten in der Stadt nicht erwartet habe. Es war dieser Moment, als eine ganze asiatische Reisegruppe plötzlich neben mir im Louvre stehen blieb, nur weil ich ein Bild fotografierte, das nicht berühmt ist. Und wie sie es alle völlig begeistert ablichteten, als wäre es das neue ganz große Ding im Louvre. Es waren die vielen Momente, wo du einfach meine Hand genommen hast. Die Zeit, die du dich beim Spazieren immer wieder umgesehen hast um die Carrie-Brücke aus dem Sex and the City Finale für mich zu finden. Und es war immer wieder der Moment zum Stehen blieben, der mich sagen ließ „Es ist so schön hier, als wäre jedes Haus ein Museum.“ Es war die Art, wie ich darauf bestand jeden Tag meine Brücke zu besuchen. Wie wir über den Fotografen gelacht haben, der in Montmarte in Jogginghose genervt ein Brautpaar ablichtete, als ob er nichts schlimmer fände, als diesen Moment – und wie eine Taube sich das ganze seelenruhig ansah. Es waren die kleinen Momente, die ganz tief in mir hängen geblieben sind. Auch das ist Nachhaltigkeit. Etwas das vorhält. Etwas, das bleibt.

Nachhaltig im Magen – vegan (und bezahlbar) in Paris

Ernährt haben wir uns zum einen natürlich von Baguette und Wein (konnte man am auf der Champs Elysées auch noch mitten in der Nacht kaufen), zum anderen aber auch in zwei sehr, sehr wunderbaren Restaurants:

Hanks Burger bietet vegane Burger an. Besonders ist hier, dass man bestellt und seinen Namen sagt, der dann später aufgerufen wird, wenn das Essen fertig ist. Mein Tipp für euch: Falls euer Name für Franzosen schwer auszusprechen ist, wählt einen anderen. Seid mal wild, heißt heute anders 😉 Oh, und noch ein Tipp. Ihr solltet euch den neuen Fake-Namen merken, sonst bekommt ihr euer Essen nie. Und das wäre eine Schande, denn es schmeckt wirklich gut! Im Hanks haben wir uns auch eine faire Cola geholt, die zwar cool aussah, aber leider nicht geschmeckt hat. Bleibt also lieber bei den mega leckeren Burgern und Fritten, die dort serviert werden und holt euch eine Limo oder ein Wasser in der Glasflasche dazu, das macht mehr Sinn für die Umwelt und schmeckt besser.

hankburger.com / 55 Rue des Archives

Die zweite Anlaufstelle für vegan-lüsterne und laufbereite Reisende ist das WILD & THE MOON.

Ein klarer Fall von einem Oh.Mein.Gott.Ist.Das.Gut. Restaurant. Es gibt ein Hauptrestaurant (Boutique-café) und eine kleine Aussenstelle (Wild Lab). Definitiv einen Besuch wert! Im Hauptrestaurant ist es nicht nur wunderschön, was ich leider nicht fotografiert habe, weil ich die ganzen Studenten dort nicht nerven wollte, sondern es gibt auch Wasser, was man sich einfach nehmen kann. In kleinen hübschen Kannen. Man kann vom Avocadotoast über einige warme Gerichte bis hin zu diversen Salaten eigentlich alles bekommen, was das vegane Herz so begehrt. Das Highlight dort sind aber die unfassbar guten und kreativen Drinks. Am meisten hat es mir die Black Lemonade angetan. Aber auch die goldene Milch, Matcha Milch und so vieles andere dort waren einfach nur unglaublich! Nicht billig, aber definitiv zu 100% das Geld wert. Auf den Drinks steht wofür sie gut sind, beispielsweise für schnelle Energie, um Ruhe zu finden, für einen Detox nach durchzechter Nacht etc. Ich war so begeistert, ich hätte dort den ganzen Kühlschank leerkaufen können. Lohnt sich!

wildandthemoon.com
Boutique-café: 55 rue Charlot
Wild Lab: 25 rue des Gravilliers

Was sind eure Lieblingsecken in Paris? Wo fühlt ihr euch wohl? Wie steht ihr zum Thema Reisen? Wohin sollte ich dringend mal? Ihr sprecht hier mit einer Reise-Anfängerin, jeder Tipp ist für mich neu. 😉