Agari Seawead Bottles - Ari Jónsson gegen unser Plastikflaschenproblem

Hast du es auch? Dieses komische Gefühl beim Trinken aus der Plastikflasche? Dieses Gefühl aus Angst vor Mikropartikeln, Schadstoffen und Krankheiten sowie dem inneren Gewissensbiss der Natur gerade kräftig “in den Arsch zu treten”.  Mir hat in der letzten Zeit vor allem der Verzehr aus Glasflaschen oder aber von Leitungswasser aus unseren wiederverwendbaren Trinkflaschen aus Aluminium über diese Unsicherheit hinweg geholfen.

Was aber machen, wenn Glasflaschen oder das Trinken aus wiederverwendbaren Flaschen aus logistischen, kulturellen, ökonomischen und sogar ökologischen Gründen wenig sinnvoll ist? Und was ist wenn wir Menschen keine Zeit haben, unsere Konsumgewohnheiten wirklich nachhaltig zu ändern, ehe es zu spät ist?

Herkömmliches Plastik ist endlich in der Sinnkrise

Ari Jónsson empfand das dringende Bedürfnis ein Ersatzmaterial zu entwickeln. Der Grund dafür war seine Erkenntnis, dass 50% der Plastikprodukte einmal benutzt & anschließend weggeworfen werden. Die Frage die er sich stellte war, warum wir Materialien verwenden, die hunderte von Jahren (ca. 500-1000 Jahre) brauchen um sich in der Natur zu zersetzen? Die einmalige Nutzung eines solchen Materials, das ohne weiteres Zutun große Zeiträume überlebt, scheint Paradox und birgt dennoch viele große Gefahren für Mensch und Natur.

 

“I read that 50 percent of plastic is used once and then thrown away so I feel there is an urgent need to find ways to replace some of the unreal amount of plastic we make, use and throw away each day. 

Ari Jónsson in Dezeen magazine

Die Lösung kommt aus dem Meer

Umso erstaunlicher ist Jónsson’s Lösungsvorschlag: Agar oder auch Agar-Agar, ein Stoff der vorwiegend aus Rotalgen gewonnen wird, als Ausgangsmaterial für sich selbstzersetzende Flaschen zu verwenden. Agar selbst ist dabei keine grundsätzlich neue Entdeckung, da es als Ersatz für Gelier- und Dickungsmittel (sonst tierischen Ursprungs), schon seit Jahren gerne in der vegan- / vegetarischen Szene für Speisen genutzt wird. Die Lebensmitteltauglichkeit ist somit gegeben (Agar-Agar ist als technologischer Zusatzstoff E406 bereits in vielen Produkten enthalten.)

 

Und wie wird aus dem Pulver jetzt die Flasche?

Der Prozess ist denkbar einfach. Das Pulver wird in Wasser aufgelöst und solange erhitzt, bis es diese sämige, karamellähnliche Konsistenz hat. Anschließend wird die “Suppe” in eine Flaschenform gefüllt und dann unter drehenden Bewegungen in kaltem Wasser herunter gekühlt bis der Abguss erstarrt ist. Als Nächstes die Form entfernen, Wasser einfüllen und fertig ist die Ökoflasche. Was sich jetzt vielleicht nicht so spannend liest, ist in Jónssons kleinem Video umso spannender und macht Lust aufs Nachmachen.

© Ari Jónsson | Source: https://vimeo.com/187996012

Die Form folgt der Funktion

Die Agari-Flasche behält ihre Form und Größe nur so lange sie mit Wasser gefüllt ist. Wenn sie brav ausgetrunken wurde verändert sie sich – trocknet aus, schrumpft in sich zusammen und beginnt sich zu zersetzen und kann so auf nachhaltige Weise wieder in die Umwelt gelangen.

“This water bottle only lives as long as its purpose.”

Ari Jónsson

Natürlich handelt es sich beim Agari Projekt derzeit noch um ein Experiment – von der Marktreife ist bei weitem noch nicht zu sprechen. Vor allem, so sagt Jónsson, weil die Flaschen noch sehr empfindlich sind – schnell reißen können. Und da hilft dann auch die beste und nachhaltigste Verpackung nichts, wenn das Wasser auf dem Weg nach Hause schon aus dem Beutel läuft. Eines stimmt mich jedoch zuversichtlich, sogar fröhlich: Jónsson hat mit der Ausstellung seines Experiments auf dem Reykjavik Design Festival DesignMarch (10. – 13. März 2016) nicht nur eine Menge weltweite Aufmerksamkeit erhalten, sondern zugleich mit dem Icelandic Centre for Research einen potenten Partner zur Verfolgung der Idee an der Hand.

Was sind eure Gedanken zu Jónssons Experiment? Habt ihr Lust es zu Hause einfach mal nach zu machen – vielleicht in Form eines Trinkglases für den Anfang?

° Images courtesy of Ari Jónsson via Dezeen

° Quellen: Dezeen / Inhabitat


DIY Zero Waste Zahnpasta: vegan & plastikfrei Zähneputzen

Wer im Bad alles selbst herstellen will, der kommt nicht umhin mit den Dingen zu beginnen, die man nicht weglassen kann – denn einige Badezimmer-Utensilien braucht man täglich. Die Zahnpasta begleitet uns morgens und abends und auch mal zwischendurch.

Wann immer wir etwas selbst herstellen – beziehungsweise damit experimentieren, etwas selbst herzustellen und hundert Fehlversuche durchleben, bis es klappt 😉 – gehen wir nach einem simplen Schema vor. So auch bei der Herstellung von Zahnpasta.

How To? Was muss ich beachten, wenn ich Zero Waste Zahnpasta zu Hause herstellen will?

01 Warum möchte ich das Produkt selbst machen?

Ich finde es wichtig, dass die Antwort auf diese Frage geklärt ist. Erstens könnt ihr dann Nachfragen besser beantworten, zweitens motiviert es euch, das Produkt neu herzustellen, wenn es alle ist. Ihr werdet in solchen Momenten merken, wie tief der “Kauf’s halt einfach!” Gedanke sitzt. In meinem Fall lautet die Antwort: Ich möchte gern wissen, was in meiner Zahnpasta enthalten ist und Plastik in meinem Mund und Mülleimer so gut ich kann vermeiden.

Nicht nur die Zahnpasta-Tube besteht aus Plastik (i.dR. aus PE Polyethylen welches aus Erdöl oder aus flüssigem Erdölgas synthetisch hergestellt wird), sondern in einigen Fällen auch Teile des Inhalts. Glücklicherweise haben in zwischen der große Teil der Zahnpasta-Hersteller Produkte mit Mikroplastik-Teilchen vom Markt genommen. Das sind kleine Kügelchen zum Polieren der Zähne, die auch gern mal verschluckt werden oder in offenen Zahntaschen / kleinen Wunden zurück bleiben. Die steigende Vermeidung solcher Mikroplastikteilchen ist ein großer Erfolg, bei dem die Hersteller auf die heftige Kritik von Konsumenten und Marktbeobachtern reagiert haben – dennoch verbleiben in vielen Hygiene-Produkten immer noch Mikroplastik-Partikel. Wenn du dich dafür interessierst, was in anderen Produkten so alles an Mikroplastik drin steckt, können wir dir an dieser Stelle den BUND-Einkaufsratgeber (PDF-Datei) empfehlen. Zusätzlich ist noch zu erwähnen, dass die Mikroplastik-Partikel so winzig sind, das sie nicht von den Klärwerken aus dem Abwasser heraus gefiltert werden können, sie bleiben also im Kreislauf unserer Natur erhalten. (Mehr dazu könnt ihr in dieser Studie des Frauenhofer-Instituts nachlesen.)

Wenn nun die Mikroplastik-Partikel entfallen, ist das ja schon mal ganz nett. Aber was steckt sonst noch so drin in Zahnpasta?

– An dieser Stelle wollen wir dir natürlich keine Angst machen, aber es kann ja nicht schaden sich ein paar Gedanken über die möglichen Folgen unseres Lebensstils zu machen. Wir wollen hier weder einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben noch etwas als Moralapostel verteufeln. –

Fluorid – ist das Mittel, das einem in ähnlicher Form als Lack beim Zahnarzt auf die Zähne gepinselt wird / wurde. Es soll den Zahnschmelz vor Demineralisation und dem Befall durch Karies schützen. Der Wirkstoff wurde von diversen Studien als gesundheitlich unbedenklich eingestuft und zur Verwendung in Zahnpasta freigegeben. Vorsicht jedoch bei Kindern – hier kann es zu einer Fluorid-Vergiftung bis hin zur Todesfolge kommen. Also liebe Kinder (und Erwachsene) besser nicht die ganze Tube Erdbeer-Zahnpasta vernaschen, auch wenn sie noch so süß schmeckt. (Q1) Zu dem bleibt aus meiner Sicht fraglich, wie sich die in Studien nachgewiesene Nervengiftigkeit und der Effekt auf die neuronale Entwicklung von Kindern langfristig (selbst bei geringen Mengen, wie sie in der Zahnpasta vorkommen) auswirken werden. (Q2)

Triclosan – wirkt anti-bakteriell und beugt Gingivits (Zahnfleischentzündung) vor. Ursprünglich im Jahr 1969 als Pestizid / Schädlingbekämpfungsmittel registriert (Q3), wird es heute vielfach in Körperpflege und Reinigungsprodukten eingesetzt. Triclosan steht heute im Verdacht die Entwicklung von Brustkrebs und Lebertumoren zu begünstigen. (Q4 / Q5 – hier leider im Tierversuch an Mäusen erforscht). Zudem konnte eine Schwächung der Muskelzellen bei Mäusen und an menschlichen Herzzellen festgestellt werden. (Q6)  Abgesehen von der hormonbeeinflussenden Wirkung, ist der Eintrag der Chemikalie in die Umwelt zu betrachten (z.B. über Abwässer), da dadurch Resistenzen in Bakterien hervorgerufen werden können, d.h. Antibiotika und Co. können am Ende potenziell gefährliche Erreger (z.B. das Escherichia coli – Kolibakterium) nicht bekämpfen. (Q7)

Natriumlaurylsulfat ist ein Tensid und dafür verantwortlich, das die herkömmliche Zahnpasta so schön schäumt, wie man es gewohnt ist. Die Frage ist: Ist das zwingend notwendig, wenn dadurch die Wirksamkeit des extra zugesetzten Fluorids (Verhindern von Karies) wieder vermindert wird (Q8) und es dazu beiträgt, die schützende Mundschleimhaut auszutrocknen, was zur Bildung von kleinen schmerzhaften Verletzungen (sog. Aphten) führen kann? (Q9)

02 Welche Eigenschaften des gekauften Produktes sollte das selbstgemachte Produkt haben? 

Herkömmliche Zahnpasta hat folgende Eigenschaften, die wir gern übernehmen möchten:

  • Zahnreinigung
  • Haltbarkeit (wenn auch nicht viele Monate lang)
  • Transportfähigkeit
  • Erfrischendes / Sauberes Gefühl nach dem Putzen

Es ist entscheidend sich das klar zu machen, um zu verhindern, dass ein selbst gemachtes Produkt auf einmal Ansprüchen ausgesetzt wird, für deren Erfüllung es nicht konzipiert wurde.

Zur näheren Erklärung, will ich euch ein Gegenbeispiel geben. Von meiner veganen Zero Waste Zahnpasta erwarte ich folgende Eigenschaften nicht:

  • Bunte Streifen auf weißem Grund / leuchtende Farben / blasses weiß
  • Zähne bleichende / weißende Funktion
  • “leckerer” Geschmack, der genau wie der von industrieller Zahnpasta ist
  • eine Plastikverpackung mit Schraubdeckel
  • die silikonartige Konsistenz, die eine gleichmäßige Wurst auf der Zahnbürste hinterlässt
  • Schäumen beim Zähneputzen

03 Welche zusätzlichen Eigenschaften sollte das selbstgemachte Produkt haben?

  • Zahnfleischpflege (ein angenehmes, schmerzfreies weiches Zahnfleisch)
  • Plastikfreiheit der Zahnpasta (vor allem keine “Reinigungskörperchen” die in meinem Zahnfleisch hängen bleiben)

04 Welche Inhaltsstoffe soll meine selbstgemachte Zero Waste Zahnpasta haben?

  • Kokosöl (am besten natives Kokosöl, aus einem Glas)
  • Grobes Salz (am besten Meersalz)
  • Heilerde (wir nehmen immer welche von Luvos)
  • Pfefferminzöl (Achtung, es muss Pfefferminzöl und für die innere Anwendung zugelassen sein, bitte kein japanisches Heilpflanzenöl aus dem Supermarkt schlucken! Am Besten fragt ihr in der Apotheke.)
  • Backnatron (auch: Backsoda, das gibt es in den meisten Drogerien, oder einigen Apotheken)

05 Wie stelle ich die Kokosöl Zahnpasta her?

Suche dir ein Gefäß aus Glas aus, um die Zahnpasta zu lagern (wir nehmen einfach ein Weckglas). Stelle das Glas in ein warmes Wasserbad oder auf deine Heizung. Gib nun 3 große Löffel Kokosöl in das Glas und lass es im immer wärmer werdenden Glas weich werden (das geht sehr schnell). Nun kannst du einen Esslöffel grobes Salz, einen gehäuften Esslöffel Heilerde, einen gehäuften Esslöffel Backsoda und je nachdem wie du es geschmacklich haben möchtest um die 15 Tropfen Minzöl hinzufügen. (Das Minzöl ist für Geschmack und Durchblutung in der Mischung, wenn du weniger oder etwas mehr hineintun möchtest, dann teste das ganz individuell für dich aus.) Dann einfach umrühren und ab ins Bad.

06 Was kostet mich das bisherige Produkt in der Anschaffung?

Die vergleichbare Menge “Colgate Total Original” kostet ca. 2,70€.

07 Was kostet das neue Produkt in der Herstellung?

20g Heilerde – 0,24 €
20g Backsoda – 0,12 €
20g Meersalz – 0,08 €
60g natives Kokosfett – 2,05€
15 Tropfen Pfefferminzöl – 0,58€

3,07 € (als Grundlage haben wir die Produkte genommen, die wir benutzen)

08 Wie wende ich meine vegane, plastikfreie DIY Zahnpasta richtig an und wie lagere ich sie für die beste Haltbarkeit?

Wir machen unsere Zahnbürsten immer ganz leicht nass (nicht tropfend!) und “dippen” sie dann in die Zahnpasta. Funktioniert immer prima und wir hatten auch bei längerer Lagerung nie ein Problem mit Bakterien / Schimmel / Geschmacksveränderung oder ähnlichem. Wir lagern das geschlossene Glas (mit Gummiring, so dass es wirklich zu ist) unter dem Waschbecken (also im Schatten, ich denke aber, das ist gar nicht unbedingt nötig) und je nach Badezimmertemperatur ist die Mischung fester oder weicher, weil das Kokosöl ab 17 Grad weich und irgendwann flüssig wird. Haltbarkeitsprobleme hatten wir bisher nie.

09 Warum finden wir persönlich unsere Zahnpasta besser, als die Zahnpasta aus der Tube?

Unsere Zahnpasta enthält keine Inhaltsstoffe die auf Erdöl-Basis (Reinigungskügelchen, Tube, technologische Inhaltsstoffe) hergestellt wurden. Die verbesserte Wirksamkeit der Plague-Entfernung durch Zähneputzen mit Backsoda ist sehr angenehm und wurde in den verlinkten Studien mit angemessener Teilnehmerzahl überprüft. (Q10 / Q11)  Auch wenn das Backsoda oft den schlechten Ruf hat, den Zahnschmelz anzugreifen, konnten wir nichts dergleichen feststellen. Seitdem die Zahnpasta selbstgemacht ist, gab es kein Karies mehr bei uns und auch die Zahnfleischentzündungen beim Herauswachsen lassen der Weisheitszähne sind viel weniger schlimm. Das Kokosöl (Q12 / Q13 / Q14) und die Heilerde wirken antibakteriell und wirken der Entzündung des Zahnfleisches (offene Zahntaschen) vor. Das Zahnfleisch fühlt sich dadurch wie “eingecremt” an. Die Zahnpasta Rückstände im Wasser sind ökologisch unbedenklich, da sie so auch in der Natur vorkommen. Fische sind Freunde und sollen nichts komisches Futtern… 😉 Die Zahnpasta enthält keine Zutaten die bleichen, das heißt die Zähne werden nicht weißer davon.

Der Geschmack der Zahnpasta ist vermutlich nicht für jeden etwas, sie schmeckt erdig – salzig und etwas minzig. Wir haben uns daran gewöhnt, wollten aber vorwarnen, damit ihr wisst, worauf ihr euch da einlasst.

Müssen wir jetzt alle sterben? Zum Thema Weltverbesserer und Vorverurteiler

Du solltest immer nur in dem Rahmen, der sich für dich richtig anfühlt und woran du ganz persönlich Interesse hast, etwas an deinem Leben verändern. Du bist kein schlechterer Mensch, wenn du weiter deine herkömmliche Zahnpasta nutzt und wir verurteilen dich dafür auch nicht. Woher sollen wir wissen, was du sonst so alles großartiges tust – da wollen wir gar nicht reinreden. Wenn du aber gerade Lust hast etwas zu verändern und die Zahnpasta auf deiner Liste steht, dann hoffen wir, dass wir dich inspirieren konnten. Es gibt auch diverse andere Varianten um deine Zähne zu putzen, über einige werden wir auch noch berichten.

Wenn es etwas gibt, das wir unbedingt testen sollten, dann gebt uns bescheid – wir sind immer interessiert!


Nachhaltig im Badezimmer: Mit der Bambus Zahnbürste von Hydrophil Zähneputzen

Das Badezimmer ist ein Ort, der häufig zur unentdeckten Müllproduktionsstätte wird. Makeup-Entferner, Ohrstäbchen, Tampons, Rohrreiniger, Seifenspender, Einmalrasierer & Co. sind fiese Müllquellen, die uns oft gar nicht richtig bewusst sind.

In der Reihe zum Thema wollen wir euch ein paar Einsichten geben, wie wir es angestellt haben, uns von den meisten dieser Dinge loszusagen und dabei unser Bad zu einem Ort zu machen, bei dem alle Gäste stets sagen: “Oh, ist das schön hier!” natürlich teilen wir wie immer auch unsere Fails und Probleme, denn ihr sollt nicht vor einer bunt schillernden perfekten Welt zurück schrecken, sondern motiviert werden, dass auch ein kleiner Schritt etwas ändern kann und es nicht immer um die große Perfektion gehen muss. Heute beginnen wir mir dem Thema, dass uns mindestens morgens und abends alle etwas angeht: Zähne putzen. Eine Alternative zur Zahnbürste aus Plastik ist etwas, über das wir uns fast als allererste Veränderung in unserem Badezimmer Gedanken gemacht haben. Ich hatte bei Lauren Singer von Trash is for Tossers gelernt, dass es so etwas überhaupt gibt. Eine Zahnbürste, die so wenig Plastikanteil (die Borsten) wie möglich beinhaltet. Die Borsten kann man zum Recyclen einfach auszupfen und in den Plastikmüll geben und den Bambus kann man auf den Kompost tun, in die Biotonne, oder einfach für coole Bastelideen verwenden.

Warum wir so auf die Hydrophil Bambus Zahnbürste von Wasserneutral stehen?

Hydrophil ist unsere erste Wahl, nachdem wir zuvor 2 mal Bambuszahnbürsten bei einem anderen Hersteller gekauft hatten. Diese Zahnbürsten hatten teils eine echt schlechte Qualität – einmal hat sich eine Zahnbürste sogar in der Mitte gespalten! Und die Zahnbürsten waren auch nicht wie bei Hydrophil aus einem Stück gefertigt. Die Hydrophil Zahnbürsten aus Bambus verlieren auch nicht so viele Borsten, wie die anderen, die wir zuerst hatten. Das ist echt wichtig, denn es ist schon ganz schön unangenehm, wenn man ständig Borsten im Mund hat. Mir ist sogar schon einmal eine im Zahnfleisch stecken geblieben. Außerdem sind sie robuster gegen Wasser bzw. Verfärbungen (sie bekommen keine komischen Flecken) und ich finde, dass sie auch besser riechen, als die anderen Bambus Zahnbürsten, die wir bisher so zu Hause hatten – aber das kann auch an mir liegen. Dazu kommt auch noch, dass Wasserneutral eine deutsche Firma ist und man zum Produkt somit leicht Rückfragen etc. stellen kann. Zusätzlich finde ich Webauftritt und Produktkatalog der Firma sehr stimmig, vertrauenswürdig und ansprechend, was man nicht von allen Anbietern solcher Zahnbürsten sagen kann.

Warum wir keine Lust mehr auf Plastikzahnbürsten hatten:

Plastik ist nicht so cool. Plastik, das nicht in die gelbe Tonne kommt, ist allerdings am wenigsten cool. Zahnbürsten werden zumeist in den Hausmüll geworfen. Da man im Schnitt etwa alle 3 Monate seine Zahnbürste wechselt (jedenfalls hab ich das im Kindergarten so gelernt 😉 ) könnt ihr euch den hübschen Haufen ausrechnen, den allein eine 3 köpfige Familie verursacht. Kleiner Tipp für die, Nicht-Rechenkünstler, es sind 12 Zahnbürsten. Für Deutschland konnten wir Zahlen von Colgate finden: 15 Millionen Zahnbürsten pro Jahr werden von der Firma verkauft. Schön für die Zahngesundheit, nicht so schön für die Umwelt, denn im Schnitt werden nur etwa 43 % des Plastikmülls wird recycelt und wieder verwendet. Der Rest landet auf der Müllkippe. (Q1) Und da liegen sie immer noch und warten seit Jahren. Seit Jahrzehnten. Alle deine Zahnbürsten – sofern sie nicht für die Strom- und Wärmeerzeugung verbrannt wurden.

Jedes Jahr werden etwa 4900 Tonnen Zahnbürsten im Jahr in Deutschland verbraucht, wenn man von 4 Stück pro Person ausgeht. Kombiniert mit der Info, dass nur 43 % recycled werden, benötigt man also jedes Jahr neues Plastik zur Herstellung von Zahnbürsten: genauer gesagt 2107 Tonnen. (Eine Rückführung des Plastiks aus dem Gesamtmüll ist dabei aufgrund der vielen Plastiksorten gar nicht so einfach gegeben.) Aber mal im Ernst, das sind vom Gewicht her echt viele Autowagen. Stellt euch den Haufen nur mal vor… In einer Zahnbürste sind etwa 0,3 Liter Rohöl verarbeitet. Also kommen wir insgesamt auf 96.294.369 l an Rohöl im Jahr nur für Zahnbürsten. (Q2) Natürlich ist so eine verabsolutierte Statistik immer so eine Sache, aber die Mathematik spricht Bände, selbst wenn eine Million Menschen bereits Bambus Zahnbürsten nutzen würden und wir die großzügig rausgerechnet hätten, wäre da nicht viel daran zu rütteln, dass diese Zahlen zum Nachdenken anregen.

Schön und wild und wunderbar - Tipps um mit der neuen Badezimmerschönheit richtig umzugehen

Eine Zahnbürste aus Bambus ist etwas anders zu behandeln als die Schwester aus Plastik. Wobei es vielleicht treffender wäre, sie als den komischen Onkel zu bezeichnen, der auf jeder Familienfeier dabei sein muss und eigentlich nichts schlimmes tut, aber allen irgendwie unangenehm ist. Bambus ist sexy, Plastik nicht. Die neue Zahnbürste solltet ihr nicht in einen Zahnputzbecher stellen. Da Bambus ein natürliches Material ist, kann es von Wasser beeinflusst werden und beispielsweise aufweichen oder schimmeln (dafür müsst ihr es aber schon ordentlich im Wasser stehen lassen!) Wir benutzen einfach eine schöne Unterlage aus Beton, die wir schon lange haben. Alternativ könnt ihr den Zahnbürstenhalter von Hydrophil bestellen, einen selbst bauen, oder einfach die Zahnbürsten und den Becher nach dem Nutzen abtrocknen.

Die Zahnbürsten in natur, wie wir sie haben, sind zwar schön minimalistisch, sehen aber eben auch echt gleich aus. Wir haben ganz einfach in den Boden der einen Zahnbürste mit der Spitze einer Nagelfeile ein kleines Loch gebohrt – markiert, fertig! 🙂

Ansonsten sind die Zahnbürsten wunderbar robust, ihr könnt sie ganz normal verwenden, wie ihr es gewöhnt seid. Sie haben eine etwas andere Form, die evtl. anfangs ungewohnt für euch ist (mich stört es nicht) und sie riechen himmlisch nach Spa-Wellness-Träumen. (Und für die Ikea-Fans – sie passen perfekt zur Bambus-Linie von denen, wozu es eine passende Seifenschale etc. gibt).

Also ran ans Stöckchen!

Wenn ich früher eine neue Plastikzahnbürste aus ihrer Verpackung befreien konnte haben die immer irgendwie nach Plastik gerochen und manchmal auch danach geschmeckt. Auch Bambuszahnbürsten sind nicht perfekt. Aber ein Haufen Borsten ist viel, viel kleiner, als ein Haufen Bürsten. Und die gehen natürlich ab in die gelbe Tonne und nicht einfach in den Hausmüll. Wir können Hydrophil von ganzem Herzen empfehlen, ich hoffe ihr bald auch!

“Wir sind Christoph, Sebastian & Wanja, drei Freunde aus der Hansestadt Hamburg. Wir sind die Gründer von HYDROPHIL, Deiner Marke für innovative nachhaltige Hygieneprodukte. Mittlerweile haben wir uns bei HYDROPHIL auf Artikel aus dem W.A.S.H. Segment (Water, Sanitation & Hygiene) spezialisiert und versuchen Euch im Alltag mit wasserneutralen, veganen und fair produzierten Produkten für einen nachhaltigeren Konsum zu sensibilisieren. “

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Quellen:
Q1: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/probleme-beim-recycling-wettkampf-um-den-muell-1.1975245
Q2: http://elsegundo.chevron.com/abouttherefinery/whatwedo/whatisinabarrelofoil.aspx