#nachhaltig #greenblogger #minimalism?

Auf die Schwestern Anna und Julia vom Blog Subvoyage wird leicht aufmerksam, wer auf Instagram nach Tipps für ein Leben mit grünem Hintergedanken sucht. Wir folgen den beiden schon lange begeistert. Ihr Blog zeichnet sich durch Qualität aus: Gut recherchierte Artikel, optisch bleibt man direkt mit dem Auge hängen, tolle Interviews und schöne Outfits aus der nachhaltigen Kategorie. Doch was steckt eigentlich alles hinter Subvoyage? Wir haben mal bei Julia und Anna nachgefragt. Alle Bilder die ihr hier seht, haben wir direkt vom Blog der beiden Schwestern und das zeigt doch schonmal direkt, dass hier nicht nur der Inhalt, sondern auch die Optik perfekt sitzt!

10 Fragen zum Thema Nachhaltigkeit an die Blogger von Subvoyage

Wenn ihr 3 einfache Dinge aussuchen könntet, die jeder Leser dieses Interviews ändern sollte, um etwas Gutes für unsere Welt zu tun – welche wären das?

1) Müll vermeiden beim Einkaufen: Man sollte definitiv mit kleinen Schritten beginnen, sich Stück für Stück steigern und sich nicht selbst überfordern. Der Verzicht auf Plastiktüten beim Einkaufen ist da ein optimaler Einstieg. Obst kann auch in einem konventionellen Supermarkt problemlos in einem Einkaufskorb transportieren, ohne es vorher in dünne Plastiktüten verpacken zu müssen.

2) Dinge hinterfragen: Möchte ich das wirklich? Ist das in meinem Sinn? Gebrauche oder verbrauche ich das Produkt? Man sollte in jeder Lebenslage, sei es beim Shoppen von Kleidung, oder aber auch bei der Eröffnung eines neuen Girokontos, mit einer offenen Haltung an die Dinge herangehen und sie hinterfragen. Oft gibt es mehrere Alternativen für einzelne Produkte. Der Weg zu einem grüneren Lifestyle beginnt ganz klar im Kopf. Es muss ein Bewusstsein geschaffen werden. Erst wenn sich dieses Bewusstsein fest im Kopf verankert hat, wenn die Dimension des ökologischen Denkens nicht mehr wegzudenken ist, dann wird das Ganze zur Herzensangelegenheit und fällt einem viel leichter. Man kann quasi schon nicht mehr anders, als bewusst zu handeln.


3) Das tun, was dir gut tut: Nachhaltig handeln bedeutet für uns, dass man achtsam mit der Umwelt, seinen Mitmenschen und genau so auch mit sich selbst umgeht. Eine biologische Landwirtschaft schont beispielsweise nicht nur die Böden und die Luft, sondern tut auch dem eigenen Körper gut. Geht man einen Schritt in die Richtung sein eigener bester Freund zu sein, tut man meist auch etwas gutes für sein Umfeld, die Natur, Menschen und Tiere.

Könnt ihr uns 3 nachhaltige Unternehmen empfehlen, die wir dringend kennen lernen sollten?

1) Sonnentor: Wir hatten die Möglichkeit in Salzburg auf dem Blogger-Event SALT AND THE CITY einige der herzlichen Mitarbeiter von Sonnentor persönlich kennenzulernen. Auch für unser eigenes Event – dem Green Blogger Meetup – sind wir nun weiterhin in Kontakt mit Sonnentor. Die biologischen Produkte schmecken köstlich und das Unternehmen wird mit viel Herzblut geführt.

2) Stop The Water While Using Me: Unsere neusten Errungenschaften der Naturkosmetikmarke sind zwei Stück Seife. Die riechen einfach unheimlich gut! Das Produkt ist plastikfrei, der erste Pluspunkt. Zusätzlich setzt sich das Unternehmen für „Good Water Projekte“ ein und spendet einen Teil der Einnahmen durch den Produktverkauf an Aktionen, die gegen Wasserknappheit kämpfen. Stop The Wate While Using Me wird auch selbst vor Ort aktiv.

3) FUNKTION SCHNITT: Das Model-Label für Basic-Shirts schreibt sich die Attribute „fair & nachhaltig“ nicht groß auf die Fahne, ist es aber dennoch. Genau das finden wir gut: FUNKTION SCHNITT möchte erreichen, dass es völlig normal ist Kleidungstücke fair zu produzieren und dass dies nicht extra erwähnt werden muss – das möchten wir auch.

Was war das liebste Interview, das ihr bisher geführt habt und was hat es so besonders gemacht?

Anna: Da kommt mir sofort das Interview in Barcelona in den Sinn. Dieses Interview war eins der ersten. Damals gab es den Blog in seiner heutigen Form noch nicht. Julia und ich waren im August 2014 auch noch nicht als Blogger-Gespann unterwegs und doch hat sie mich mitgenommen zu dem Gespräch mit Lisa Grace, der Gründerin von „Hidden City Tours“ – ein Unternehmen, das Stadtführungen mit Obdachlosen in Barcelona vermittelt. Wir hatten uns in lockerer Atmosphäre zu einem Drink in einem netten Restaurant getroffen. Lisa kam in Begleitung von einem neunen potenziellen Guide. Und so saßen wir da, ganz unbefangen. Der Guide kam zufällig ursprünglich auch aus Deutschland. Seinen Gesichten lauschend, kam ein Gefühl auf, als würde man sich schon ewig kennen.

Was ist euer liebstes Kleidungsstück? Was verbindet ihr damit und wie lange besitzt ihr es schon?

Anna: Um ehrlich zu sein, ich besitze solch ein altes, heiß und innig geliebtes Kleidungsstück nicht. Genau genommen bin ich momentan sehr unzufrieden mit meinem aktuellen Kleiderschrank. In den letzten Monaten habe ich mich viel mit dem Thema Fair-Fashion auseinandergesetzt und so haben sich auch meine Wünsche und Anforderungen an meine Kleidung geändert. Ich stecke somit mitten in einem Kleiderschrank-Wandel, der sicherlich noch einige Zeit andauert. Alte Kleidungsstück trage ich noch eine Weile auf und kaufe mir nur Stück für Stück neue Fair-Fashion-Lieblingsteile. Mein Ziel ist es mit der Zeit einen Kleiderschrank voller Lieblingsstücke betrachten zu können. Um dennoch mein aktuelles Lieblings-Modestück zu verraten: Meine Loafers von Wills Vegan Shoes, die sind etwa 4 Monate alt.

Julia: Mir geht es da ganz ähnlich, auch ich stecke mitten im Wandel. Vor dem Kauf von neuen Kleidungsstücken stelle ich mir mittlerweile Fragen wie „Unter welchen Bedienungen wurde dieses Teil hergestellt?“ und „Was lasse ich da eigentlich genau an meine Haut?“ – früher habe ich mir da kaum bis gar keine Gedanken drüber gemacht. Mein aktuelles Lieblingsteil ist ebenfalls noch recht neu, gerade einmal seit 1 Monat ist es in meinem Kleiderschrank: Ein weißes Bio-Baumwoll-Shirt von FUNKTION SCHNITT, das ich während unserer gemeinsamen Barcelona-Reise sehr gerne getragen haben.

Ihr teilt Rezepte auf eurem Blog. Wie ernährt ihr euch? Folgt ihr einem bestimmten Ernährungsprinzip? Und wie lange braucht man eigentlich, damit so hübsche Food-Fotos auch wirklich klappen?

Anna: Alle Rezepte, die wir auf dem Blog präsentieren, stammen aus unserer alltäglichen Ernährung. All unsere Rezepte sind vegetarisch und das gilt auch für jedes Gericht, das bei mir auf den Teller kommt. Mein Prinzip, dem ich folge, lautet: Das essen, was mir gut tut. Für mich selbst habe ich herausgefunden, dass es mir besser geht, wenn ich auf Milchprodukte verzichte. Zu Hause in meinen eigenen vier Wänden ernähre ich mich mittlerweile somit hauptsächlich pflanzlich, sprich vegan.

Beim Food-Styling kommt es immer drauf an, was geshootet wird. Ein Smoothie ist ganz allgemein schon schneller zubereitet, als ein Kuchen. Gerade weil bei uns immer Bilder von den Zutaten, der Zubereitung und natürlich dem fertigen Gericht gemacht werden, kann das schon einmal eine gute Weile dauern. Man sollte sich also locker 1,5 Stunden Zeit nehmen. Im Stress fällt es schwer kreativ zu werden. Und ansonsten zählt „Übung macht den Meister“. Wenn ich meine Bilder von vor ein paar Monaten anschaue, dann lassen sich jetzt schon deutliche positive Veränderungen feiern.

Was macht ihr im „echten“ Leben – neben dem Blogging und macht es euch Spaß?

Anna: Ich verbringe jeden Tag Zeit am Stall. Ich kann mich Stunden lang mit meinem Pferd beschäftigen. Meine Stute Lifestyle ist erst seit 4 Monaten bei mir. Doch Pferde gehörten schon immer zu meinem Leben. Aber auch ganz einfach die Zeit an der frischen Luft und in Bewegung zu sein, ist für mich ein ganz wichtiger Ausgleich zu meinem BWL-Studium und was noch alles so im Alltag ansteht.

Julia: Genau wie bei Anna steht auch für mich nun das 6. und letzte Semester meines Studiums an. Ich studiere Online-Redakteur an der TH Köln. Das, was ich im „echten“ Leben mache, hat mich daher tatsächlich erst zum Bloggen gebracht. Schon länger fotografiere ich gerne, schreibe Texte und tüftle an neuen technischen Herausforderungen – in meinem Studium und durch den Blog lassen sich diese Eigenschaften und Interessen optimal verbinden. Ich bin unheimlich glücklich, dass ich das, was mir so viel Freude bereitet, zu meinem Beruf machen kann.

Im Moment organisiert ihr das Treffen Green Blogger Meetup, um euch gemeinsam mit Gleichgesinnten über Nachhaltigkeit auszutauschen – wie seid ihr auf diese tolle Idee gekommen?

Julia: So richtig begonnen hat alles im Juni auf einer Zugfahrt während der Heimreise von einem Blogger-Event – wie passend. Wir beide, Anna und ich, spielten schon länger mit dem Gedanken, ein nachhaltiges Event auf die Beine zu stellen. Auf besagter Zugfahrt hat auch Leonie vom Blog Glowing beim kreativen Chaos mitgemischt. Sie sprudelte nur so vor Ideen und schnell war klar, dass das Team soeben um eine Nummer größer geworden war. Diese Zugfahrt schweißte nicht nur das Team zusammen, sondern war auch der unbewusste Startschuss für das Green Blogger Meetup.

Wir möchten mit diesem Event von Bloggern für Blogger die grüne Szene zusammenbringen, den Austausch fördern und die Community stärken. Unser Leitfaden lautet daher auch: „Von euch. Für euch. Mit euch.“. Mit großer Freude haben wir festgestellt, dass die Anzahl der grünen Blogger in letzter Zeit immer weiter steigt. Ein spezielles Event hat jedoch noch gefehlt und da haben wir die Organisation kurze entschlossen selbst in die Hand genommen. Es ist kaum in Worte fassbar, wie sehr wir uns freuen, dass unser Herzensprojekt am 15. Oktober tatsächlich real wird.

Wir haben ja gerade erst mit yes green begonnen. Auf welchen Gebieten sollten wir unbedingt weiter oder zusätzlich recherchieren, Fragen stellen und Selbstversuche machen? Habt ihr bestimmte Ideen für uns? Gibt es bereits einen Artikel von uns, der in eine Richtung geht, die ihr spannend findet?

Anna: Am interessantesten finden wir immer die Menschen hinter Produkten/ Firmen. Business ist nicht gleich Business. Es ist toll zu, wie viel Herzblut und Leidenschaften hinter einem nachhaltig geführten Unternehmen meist steckt. Durch Interviews erlangt man ein wesentlich besseres Verständnis für die unterschiedlichsten Produkte und Prozesse. Wir führen gerne selbst Interviews und lese sie genau so gerne.

Ebenfalls interessant, wenn auch nicht schön: Das Thema Green Washing und „Werbefallen“. Oftmals frage ich mich, wo tatsächlich der Unterschied zwischen den einzelnen Produkten liegt und wo eventuell mit dem Konsumenten gespielt wird.

Julia: Euer Artikel „Die Zero Waste Müll Challenge“ gefällt uns wirklich richtig gut! Aus solchen Artikeln kann ich persönlich immer total viel mitnehmen. Er gibt mir einerseits den Anstoß dazu auch selbst mehr darauf zu achten meinen Plastikmüll zu reduzieren, andererseits erleichtert er mir dieses Vorhaben durch eure ganz persönlichen Erfahrungen, die Berichte über eure Probleme und hilfreiche Tipps. Macht unbedingt weiter mit solchen Artikeln!

Ihr seid Schwestern – wie kamt ihr auf die Idee, gemeinsam am Blog zu arbeiten? Fällt euch das leicht, oder gibt es auch mal Meinungsverschiedenheiten?

Julia: Vor etwa 2 Jahren habe ich Subvoyage noch ganz alleine online gestellt – damals noch als klassische Website mit Infos zum Thema „nachhaltiges Reisen“. Der Blog ist also zunächst gar nicht als Blog gestartet. Erst seitdem Anna ein Teil des Teams ist, erscheinen zwei Artikel pro Woche – das ist seit Oktober 2015 der Fall. Anna kocht gerne und experimentiert in der Küche, was eine super Ergänzung für den Blog neben meinen Artikeln darstellt. Tatsächlich fiel diese Entscheidung relativ spontan und war zunächst ein Experiment, welches erfreulicherweise geglückt ist. Auch hier gilt wieder „gemeinsam statt einsam“ – zu zweit können wir viel mehr bewegen und erreichen. So ein Blog kostet neben Arbeit und Studium viel Zeit, eine helfende Hand kann da nie schaden.

Anna: Der Blog ist ein weiterer Verbindungspunkt, der uns Schwestern noch näher zusammenbringt. Das gemeinsame Arbeiten fällt uns leicht, da wir, etwa bei Design-Entscheidungen, ganz genau wissen was dem anderen gefällt und was eben nicht. Mit der eigenen Schwester traut man sich vielleicht auch schon einmal eher anders – ehrlicher – zu reden als mit einem anderen Blog-Partner. Sollte es einmal Probleme geben, kommen diese bei uns sofort zur Sprache, sodass Missverständnisse vermieden werden können. Natürlich gibt es ab und an Meinungsverschiedenheiten, die sind aber in der Regel schnell wieder aus der Welt geschaffen.

Wenn ihr jeweils ein Zitat aussuchen dürftet, dass die Leser von yes green sich am Ende dieses Interviews durchlesen dürften – welches wäre das?

Anna: „Fast fashion isn’t free. Someone, somewhere is paying.“ von Lucy Siegle. Ich habe gerade erst den Film „The True Cost“ (unbedingt einmal anschauen!) gesehen. Dadurch ist mir erst so richtig bewusst geworden, welche Prozesse und Menschen in der Bekleidungsindustrie verankert sind und wie schlimm es in vielen Fällen um sie steht.

Julia: „Be the change you want to see in the world.“ von Mahatma Gandhi. Schon von Beginn an führen wir unseren Blog unter dem Motto „Inspirieren statt missionieren“. Wir nehmen unsere Leser mit auf unsere Reise hin zu einem bewussteren Lebensstil und möchten dabei zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht ausschließlich mit Verzicht einhergeht. Durch die eigene Veränderung kann man Menschen anregen über ihr eigenes Handeln nachzudenken, nicht durch ständiges Predigen und Belehren – davon bin ich fest überzeugt.

Wir danken euch, für das tolle Interview!

Das Coverbild stammt aus der Feder unser talentierten Zeichnerin Nadine.

Subvoyage ist ein grünes Online-Magazin, das von den Schwestern Julia und Anna wöchentlich mit spannenden neuen Inhalten zu den Themen Fair Fashion, Food und alles rund um Nachhaltigkeit gefüllt wird.