Wenn es einmal überraschend schnell gehen muss, dann gibt es häufig ein Haar-Dilemma. Was tun? Noch waschen und riskieren zu spät zu kommen, oder fettig lassen und vielleicht komisch angeschaut werden? Zum Ersten finde ich es wichtig, dass man sich bewusst macht, dass fettige Haare an sich nichts Schlimmes sind. Es ist ein natürlicher und guter Prozess, dass eure Kopfhaut Öle produziert um sich selbst und das Haar vor äußeren Einwirkungen zu schützen. Ein Prozess, der wichtig für eure Gesundheit ist. Nichts desto Trotz gibt es Situationen, in denen wir eben nicht auf den Waschtag, bis zum Abend oder nächsten morgen warten wollen.

Wenn die Schwiegermutter plötzlich vor der Tür steht, Freunde spontan Lust haben sich noch schnell auf ein Getränk zu treffen, der Traumtyp einem schreibt er wäre ganz in der Nähe, oder die Kinder überraschend sofort abgeholt werden müssen – dann will man einigermaßen vernünftig aussehen. Und zwar sofort.

Deswegen bin ich für Lösung Nummer 3. Nicht warten, nicht fetten – sondern kaschieren. Trockenshampoo heißt das Zauberwort. Eines, mit dem mich eine lange Geschichte verbindet.

Das Fett muss weg

Ich hab so ziemlich alles in meinem Leben ausprobiert, wenn es um das Schnell-Fett-Weg Problem ging. Ob gruselig stinkenden Schwefelpuder, den meine Mutter noch aus ihrer Jugendzeit im Schrank stehen hatte (half zwar super gegen Pickel, war aber als Trockenshampoo denkbar, beziehungsweise riechbar ungeeignet!) Diverse Sorten Babypuder, die sich oft dick im Haar verklumpten und nahezu unauskämmbar waren… Aber hey, wer wollte nicht schon immer die weiße Königin aus Alice im Wunderland spielen? Und natürlich Mehl. Macht das nicht. Wirklich nicht!

Irgendwann kamen Trockenshampoos wieder in Mode und man konnte sie tatsächlich in jeder Drogerie kaufen. Nette Sache – so von der Grundidee her, aber Inhaltsstoffe, Geruch und Wirkung dämpfen die anfängliche Euphorie schnell ziemlich kräftig. Damit dieser Artikel nicht endlos wird hab ich mich mal im Internet umgesehen und fand, dass dieser Beitrag ziemlich gut darstellt, wie auch ich das als Verbraucher so empfunden habe. Vielleicht habt ihr da ja auch eine Geschichte, die ihr mit mir teilen wollt?

Zero Waste Trockenshampoo – das muss man doch auch selbst machen können!

Ich habe mir also wie immer bei einem DIY überlegt, was ich genau von dem Produkt möchte und was ich nicht möchte:

Wirkung: Die Haare sollen nicht mehr fettig ausschauen und sich kämmen lassen. Sie müssen für mich nach Auftragen des Trockenshampoos nicht Seidenglatt sein, weil meine Haare das sowieso nie sind. Ich möchte darauf nicht gereizt oder mit trockener Haut oder Schuppen reagieren. Da ich lange mit Neurodermitis zu kämpfen hatte und auch leicht Hautunreinheiten bekomme, ist das für mich ein wichtiges Kriterium.

Geruch: Nichts künstliches. Solange es nicht stinkt, bin ich da aber generell recht unkompliziert.

Weiteres: Ich würde gern ein Produkt haben, dass so wenig Müll wie möglich produziert und nicht schnell verdirbt.

Meine Lösung – Bentonit von Regenbogenkreis

Auf der Suche nach einer Lösung habe ich mich eine Weile durch diverse Informationsquellen geforstet. Und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich es gern mit Bentonit versuchen möchte. Mein Bentonit habe ich von der Firma Regenbogenkreis angefragt und für diesen Beitrag kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen.

Bentonit – War da nicht mal sowas mit einem Verbot?

Im Rahmen der EU-Verordnung Nr. 380/2012 (Q1) wurde festgelegt, dass ab dem 01. Februar 2014 für den Endverbraucher keine neuen Lebensmittel mehr produziert werden dürfen, die Aluminumlacke enthalten. (Q2) Was aber hat Bentonit damit zu tun? Bentonit funktioniert als ein so genannter Trägerstoff. Das bedeutet, dass bestimmte Stoffe, wie beispielsweise Süßungsmittel, oder Farbstoffe, die in einer geringen Konzentration einem Lebensmittel beigefügt werden sollen an einen anderen Stoff gebunden werden müssen, um ihre Masse überhaupt richtig dosieren zu können. Diese Trägerstoffe werden im besten Fall vom Organismus einfach wieder unverändert ausgeschieden. Jedoch werden sie zum Teil auch mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht. Hier hat die EU-Verordnung ihre Ursache. Bentonit ist einer dieser Stoffe, die in Lebensmitteln nicht mehr zulässig sind.

In diesem Post soll es jedoch nicht um Bentonit in einer Verbindung als Aluminumlack und auch nicht als Nahrungsmittelbestandteil gehen, sondern um eine äußerliche Anwendung. Seife, Haarshampoo, Zahnpasta, Creme, Spülmittel & Co. sind ja auch nicht als Nahrungsmittel zulässig und kommen doch täglich mit der Haut vieler Menschen in Kontakt. Hinzu kommt, dass Bentonit eine lange Geschichte als Heil- und Entschlackungsmittel vorweisen kann, auf die ich hier jedoch nicht näher eingehen möchte, da meine Recherche dazu derzeit nicht umfassend genug ist. Persönlich habe ich keinerlei negative Wirkungen in meiner Langzeitanwendung feststellen können. Während ich auf herkömmliche Trockenhaarshampoos (und auch Cremes, Shampoos & Co.) zumeist mit Hautproblemen reagiere, ist das bei Bentonit nicht der Fall.

Wie benutzt man das Bentonit als Trockenhaarshampoo?

Ihr tragt es ganz einfach mit einem Pinsel oder auch mit den bloßen Händen in eurem fettigen Haar auf. Nehmt nicht zu viel und kämmt es vorsichtig aus. Ich trage es direkt auf den Haaransatz auf und gehe auch “von unten” unter meinen Pony und hinter den Ohren entlang, da sich dort häufig besonders fettiges Haar versteckt. Dann kämme ich mein Haar durch und verwuschle es noch ein wenig mit den Händen. Der Trockenhaarshampoo-Look sieht immer etwas griffiger und gröber aus, als frisch gewaschene Haare, auch die Konsistenz des Haares fühlt sich anders an. Jedoch bin ich der Ansicht, dass es sich bei der Anwendung von Trockenhaarshampoo immer um eine Not- und nicht um eine Haupt-Lösung für fettiges Haar handelt und dass ich deswegen auch kein 1 zu 1 Ergebnis im Vergleich -Trockenshampoo vs. echtes Waschen- erwarten kann. Ich würde empfehlen am Abend die Haare dann einfach normal zu waschen.

Eine angenehme Nebenwirkung ist, dass das Bentonit Pickel auf der Stirn lindert und die Haut sehr weich hinterlässt. Jedoch nutze ich es nicht für die regelmäßige Gesichtspflege, da ich auch nicht sicher bin, ob es sich um eine dauerhafte Wirkung handeln würde. Ich möchte hier also keine Empfehlung für Bentonit als täglichen Gesichtspuder aussprechen.

Dunkle Haare DIY für Wintertage

Da meine Haare im Winter dunkler werden, bildet sich leicht ein Grau-Schleier, wenn ich das Trockenhaarshampoo nutze. Um zu testen, ob sich das ändern lässt, habe ich einfach mal etwas Kakao beigemischt und finde die Wirkung optisch super. Jedoch gibt es drei Hinweise, die ich euch geben möchte, bevor ihr jetzt einen großen Topf Bentonit-Kakao-Gemisch ansetzt und dann enttäuscht seid:

01 Die Mischung riecht stark nach Kakao, ihr dann also auch! Wer das nicht mag, sollte es lieber nicht anwenden. Ich finde es sehr lecker, persönlich, vor allem im Winter.

02 Die entfettende Wirkung ist mit Kakao weniger stark. Das Gemisch ist nicht geeignet um eure Haare von fett-triefend auf blitz-sauber zu zaubern, allerdings finde ich das generell nicht die beste Lösung. Für ein schnelles Ansatz-Entfetten ist das Ganze super.

03 Die Mischung färbt in helle Mützen ab. Wenn ihr das Gemisch im Winter nutzen wollt, setzt keine helle Mütze auf, sonst habt ihr da braune Streifen drin – und das könnte doch komische Nachfragen nach sich ziehen… 😉

Ich habe Bentonit und Kakao von Regenbogenkreis angefragt und kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen. Falls ihr noch ein anderes (im wahrsten Sinne des Wortes!) supergeiles Produkt der Firma kennen lernen wollt, dann guckt euch unbedingt das Sangre de Drago an – mein absolutes Immer-Wieder-Kaufprodukt, ich hatte nie irgendetwas, dass so gut gegen Wunden geholfen hat! Ich liebe es! Ich hab euch die Produkte verlinkt, es sind aber keine Affiliate-Links, das heißt ich bekomme weder Geld für die Link-Setzung, noch den Artikel, noch einen Anteil, wenn ihr das Produkt kauft.

“Es gibt eine indianische Prophezeiung, in der gesagt wird, dass die Kinder der Weißen, die so viel Zerstörung nach Nordamerika gebracht hatten, sich für die Heilung der Erde einsetzen würden. Sie werden dort Regenbogenkinder oder Regenbogenkrieger genannt. Es sind indianische Seelen, die sich bei den weißen Menschen inkarniert haben, um das Bewußtsein von der Einheit allen Lebens in die moderne Gesellschaft zu tragen.”

Impressum

Privacy Policy

Contact